28.07.2011 16:21

Heilmittelrichtlinien 2011

Kategorie: Allgemein
Viel Wind, wenig Neues. Das wesentliche in Kürze.
Mechthild Trimborn

 

... um es vorwegzumehmen ...

... geändert hat sich wenig, im Katalog so gut wie gar nichts, außer der terminologischen Änderung der bisherigen Begriffe „Funktionsstörung“ (ersetzt durch „funktionelle/strukturelle Schädigungen“) und „Fähigkeitsstörung“ (ersetzt durch: „Beeinträchtigung der Aktivitäten (Fähigkeitsstörung)).

Einige wesentliche Änderungen in Kürze:

Langfristige Genehmigungen von Verordnungen außerhalb des Regelfalls
Menschen mit „dauerhaften schweren Behinderungen“ können künftig ohne erneute Überprüfung des Behandlungsbedarfs eine langfristige Genehmigung von Heilmittelbehandlungen von ihrer gesetzlichen Krankenkasse bekommen.

Wichtig: hat ihre Krankenkasse auf die Genehmigungspflicht von Verordnungen außerhalb des Regelfalles verzichtet, so ist auch der Antrag auf langfristige Genehmigung hinfallig.

Behandlung in Einrichtungen
Für Kinder und Jugendliche mit einer „besonders schweren und langfristigen funktionellen und strukturellen Schädigung und Beeinträchtigung der Aktivitäten“ ist künftig (ohne Verordnung eines Hausbesuchs) eine Heilmittelbehandlung in bestimmten Einrichtungen außerhalb der Praxis möglich.

Prüfpflicht der Verordnung
Neu ist auch die in § 16 vorgenommene Klarstellung der „Prüfpflicht“ der Verordnung durch Heilmittelerbringer: „Die Behandlung kann nur durchgeführt werden, wenn auf dem Verordnungsvordruck die in § 13 Abs. 2 erforderlichen Angaben enthalten sind.“

Terminologische Annäherung an die ICF
In § 3 Abs. 5 der Heilmittel-Richtlinie und im Heilmittelkatalog werden die Begriffe der „Schädigung/Funktionsstörung“ durch „funktionelle/strukturelle Schädigungen“ und „Fähigkeitsstörung“ durch „Beeinträchtigung der Aktivitäten (Fähigkeitsstörung)“ ersetzt.

Abgrenzung zu pädagogischen, heil- und sonderpädagogischen Maßnahmen bei Kindern
Schon in der „alten“ Heilmittel-Richtlinie wurde Bezug zu heil- und sonderpädagogischen Maßnahmen bei Kindern genommen. Neu hinzugefügt wurden nun die pädagogischen Maßnahmen. Damit soll eine klarere Abgrenzung zur Heilmittelverordnung vorgenommen werden - zukünftig wird daher eine exakte medizinische Diagnosestellung z. B. anhand der ICD-10 noch mehr an Bedeutung gewinnen.

Alles in Allem also nichts, was Heilmittelerbringer und Ärzte irgendwie weiterbringt.


Den aktuellen Richtlinientext und Heilmittelkatalog finden Sie im Download-Bereich.

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